
Der Fall Collini
Ferdinand von Schirach
Ein Italiener erschießt einen deutschen Industriellen. Der junge Pflichtverteidiger Caspar Leinen soll ihn verteidigen – und stößt auf eine Geschichte, die nie hätte ans Licht kommen sollen.
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Worum geht es?
Fabrizio Collini, ein zurückhaltender pensionierter Werkzeugmacher, betritt im Berliner Hotel Adlon eine Suite und erschießt den Industriellen Hans Meyer. Dann setzt er sich in die Lobby und wartet auf die Polizei. Der junge Pflichtverteidiger Caspar Leinen übernimmt den Fall – und entdeckt, dass das Opfer der Großvater seines besten Freundes war. Schirach, ehemaliger Strafverteidiger, kennt die Maschinerie des deutschen Rechtssystems wie kein anderer. In knapp 200 Seiten entfaltet er einen Justizroman, der schließlich auf eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte führt: das Dreher-Gesetz von 1968, das tausenden NS-Verbrechern de facto Straffreiheit gewährte. Ein Buch, das ein echtes Gesetz änderte – das Bundesjustizministerium richtete nach Erscheinen eine Kommission ein.
Für wen lohnt es sich?
Für Justizroman-Fans
Wer Anwaltsfilme und -bücher liebt, bekommt hier das deutsche Original.
Für Schnellhörer
Knapp 4 Stunden – an einem Abend durchhörbar. Perfekt für die lange Fahrt.
Für historisch Interessierte
Die NS-Aufarbeitung wird hier präzise mit einem fiktiven Fall verwoben.
Eher nichts für dich wenn …
Wer eine klassische Krimi-Auflösung erwartet, wird hier enttäuscht – der Fall steht von Beginn an fest. Es geht um die Geschichte dahinter.
„Das Gesetz ist nicht die Gerechtigkeit. Aber manchmal ist es das einzige, was wir haben, um sie zu suchen.“




