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Cover von HEX – Thomas Olde Heuvelt
HorrorThriller

HEX

Thomas Olde Heuvelt

4.0Redaktionswertung 15 Std. 51 Min. Matthias LühnErschienen: 2020

In einem amerikanischen Städtchen geht eine vor 350 Jahren verfluchte Hexe um, und niemand darf jemals wirklich weg.

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Worum geht es?

Das Städtchen Black Spring wird seit dem 17. Jahrhundert von der Hexe Katherine van Wyler heimgesucht, deren Augen und Mund zugenäht sind. Die Bewohner haben sich arrangiert: Apps und Kameras überwachen, wo die Hexe gerade auftaucht, und niemand darf die Stadt dauerhaft verlassen, ohne den Verstand zu verlieren. Als eine Gruppe Jugendlicher beschließt, das Phänomen ins Internet zu bringen und die Hexe zu provozieren, gerät das fragile Gleichgewicht außer Kontrolle. Thomas Olde Heuvelt erzählt seinen Horror bemerkenswert nüchtern und gerade dadurch verstörend, denn die größte Bedrohung geht am Ende nicht von der Hexe aus, sondern von der Angst und Brutalität der Menschen. Als Hörbuch entfaltet der langsame Sog über fast 16 Stunden eine beklemmende Wirkung. Bemerkenswert ist, wie Olde Heuvelt klassische Hexen-Folklore mit moderner Technik kurzschließt und daraus eine Parabel über Gruppendynamik und Massenhysterie macht. Das umstrittene, drastische Finale spaltet die Hörerschaft, gehört aber zu den Szenen, über die man nach dem Hören am längsten nachdenkt.

Kurzfazit

Ein ungewöhnlicher Horror, der seine Stärke aus dem Alltäglichen zieht: Die Hexe ist längst Teil des Dorflebens, bis Jugendliche den Fluch herausfordern. Wer originellen, langsam eskalierenden Grusel mag, ist hier richtig, wer schnelle Schockeffekte sucht, braucht Geduld.

Hörerlebnis

Die fast 16 Stunden bauen eine schleichende Bedrohung auf, die konzentriertes Hören belohnt. Matthias Lühns nüchterne Lesart macht die Wendung ins Grauen umso effektiver, am besten abends und nicht nur nebenbei.

Was hängen bleibt

Was HEX als Hörbuch ausmacht

Horror aus dem Alltäglichen

Die verfluchte Hexe ist Teil des normalen Stadtlebens, was den Grusel besonders unheimlich macht.

Langsam eskalierende Bedrohung

Statt Schockeffekten setzt der Roman auf eine schleichende Spannung, die sich zur Katastrophe steigert.

Mob und soziale Medien

Die eigentliche Gefahr geht weniger von der Hexe als von der Panik und Selbstjustiz der Menschen aus.

Moderne Neuerzählung des Hexenstoffs

Olde Heuvelt verlegt den klassischen Fluch in eine vernetzte Gegenwart mit Kameras und Apps.

Für wen lohnt es sich?

Für Atmosphäre-Horror-Hörer

Wenn dir schleichende Beklemmung wichtiger ist als schnelle Schockmomente.

Für lange Hörstrecken

Die langsame Steigerung lohnt sich für alle, die sich Zeit zum Eintauchen nehmen.

Für Fans von Gesellschafts-Horror

Wenn dich Horror reizt, der weniger über Monster als über menschliches Verhalten erzählt.

Eher nichts für dich wenn …

Wer schnellen, actiongeladenen Horror mit ständigen Schockeffekten sucht, wird den ruhigen Aufbau über weite Strecken als zu langsam empfinden.

Das Grauen kommt nicht von der Hexe, sondern von dem, was die Menschen aus Angst tun.

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